Marco Oesting hat die Berufung auf eine W3-Professur an der Universität Stuttgart angenommen. Vorausgegangen war die erfolgreiche Evaluation seiner Tenure-Track-Professur für Computational Statistics, die im Rahmen des Bund-Länder-Programms „1000 Tenure-Track-Professuren“ eingerichtet wurde. Der Antrag für die Professur wurde gemeinsam vom Stuttgart Center for Simulation Science (SimTech) und der Fakultät Mathematik und Physik verfasst. Mit der Verstetigung der Professur gewinnen SimTech und die Fakultät langfristig ausgewiesene Expertise an der Schnittstelle von Statistik, Simulation und datengetriebener Modellierung.
Marco Oesting ist seit August 2020 an der Universität Stuttgart tätig. Seine Professur ist am Institut für Stochastik und Anwendungen der Fakultät 8 sowie am Stuttgart Center for Simulation Science angesiedelt. Mit seiner Forschungsgruppe entwickelt und analysiert er statistische Methoden für komplexe, heterogene und großskalige Daten.
Im Mittelpunkt seiner Forschung stehen Extremwerttheorie und -statistik, räumliche Statistik sowie die Simulation stochastischer Prozesse und Zufallsfelder. Diese Methoden sind besonders relevant, wenn seltene oder räumlich komplexe Ereignisse untersucht werden sollen – etwa Starkregen, Dürren oder andere Fragestellungen aus den Klima- und Umweltwissenschaften. Zugleich leistet Computational Statistics wichtige Beiträge zur Analyse, Unsicherheitsquantifizierung und Validierung datengetriebener Simulationsmodelle.
Seit seinem Start in Stuttgart hat Marco Oesting sein Forschungsprofil deutlich erweitert und international sichtbar weiterentwickelt. Neben seiner Publikationstätigkeit in renommierten Fachzeitschriften engagiert er sich stark in der fachwissenschaftlichen Vernetzung und internationalen Zusammenarbeit, unter anderem durch die Organisation von Konferenzen, Workshops und einer Summer School. Als Juniorprofessor am Stuttgart Center for Simulation Science und im Exzellenzcluster SimTech ist sein Arbeitsgebiet zudem von Beginn an interdisziplinär ausgerichtet.
Auch in Lehre, Betreuung und Nachwuchsförderung bringt sich Marco Oesting mit großem Engagement ein. Seine Lehrveranstaltungen werden von den Studierenden durchgehend sehr positiv evaluiert. Bereits 2023 – nach nur zwei Jahren als Juniorprofessor – wurde er mit dem Lehrpreis der Fakultät Mathematik und Physik ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von den Studierenden der Fakultät auf Basis der Lehrevaluationen vergeben. Darüber hinaus hat Oesting eine überdurchschnittliche Zahl an Bachelor- und Masterarbeiten betreut und begleitet Nachwuchswissenschaftler*innen in laufenden und abgeschlossenen Promotionsprojekten.
Über Forschung und Lehre hinaus prägt Marco Oesting SimTech auch in der Wissenschaftskommunikation. Bei öffentlichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Vermittlungsformaten bringt er sich regelmäßig ein und sucht den direkten Austausch mit Besucher*innen, Schulklassen und weiteren Zielgruppen. Damit trägt er dazu bei, statistische Methoden und ihre Bedeutung für Simulationen und datenbasierte Forschung sichtbar und zugänglich zu machen.
„Die Annahme der W3-Berufung ist eine sehr erfreuliche Entwicklung für SimTech und die Fakultät Mathematik und Physik. Marco Oesting verbindet mathematisch-statistische Grundlagenforschung mit wichtigen Fragen der datenintegrierten Simulationswissenschaft und bringt sich zugleich mit großem Engagement in Forschung, Lehre und Wissenschaftskommunikation ein“, sagt Holger Steeb, Direktor des Stuttgarter Zentrums für Simulationswissenschaft.
Für die kommenden Jahre möchte Marco Oesting seine Forschung an der Schnittstelle von Statistik, Simulation und maschinellem Lernen weiter ausbauen. Im Mittelpunkt stehen dabei flexible Modelle für hochdimensionale Daten, eine umfassendere Quantifizierung von Unsicherheiten sowie die Weiterentwicklung hybrider Verfahren, die klassische statistische Methoden mit Ansätzen des maschinellen Lernens verbinden.
„Ich freue mich sehr, meine Arbeit an der Universität Stuttgart und bei SimTech langfristig fortzusetzen“, so Marco Oesting. „Gerade im interdisziplinären Umfeld von SimTech sehe ich großes Potenzial für gemeinsame Projekte. Ich möchte die Forschung vorantreiben – etwa durch flexible Modelle für hochdimensionale Daten, eine umfassendere Quantifizierung von Unsicherheiten und hybride Verfahren, die klassische Statistik mit maschinellem Lernen verbinden.“
Mit der W3-Professur stärkt die Universität Stuttgart ihr Profil in einem Forschungsfeld, das für die Verarbeitung und Einordnung wachsender Datenmengen ebenso entscheidend ist wie für die Weiterentwicklung verlässlicher Simulationsmodelle. Zugleich schafft die Professur langfristige Perspektiven für die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg – von Mathematik und Informatik über Ingenieurwissenschaften bis hin zu Anwendungen in Umwelt- und Klimaforschung.