Warum Mathematik studieren?
Mathematik hat mich bereits in der Schule fasziniert. Sowohl das konkrete Rechnen aber vor allem das Knobeln und Problemlösen. Deswegen stand für mich auch schon relativ früh fest, dass ich Mathematik studieren will. Im Mathematikstudium geht es aber nicht nur um die Inhalte, welche im Gegensatz zur Schule nicht als gegeben dargestellt werden, sondern logisch hergeleitet und bewiesen werden. Sondern auch logisches Denken, das Problemlösen und Durchhaltevermögen, die auch außerhalb des Studiums überall gebraucht werden. Insbesondere, wenn man nach längerem Knobeln eine schwierige Aufgabe gelöst oder einen komplexen Beweis verstanden hat, ist das nicht nur ein gutes Gefühl, sondern man vergisst die für die Lösung der Aufgabe benötigten Tricks und Kniffe auch nicht so schnell wieder. Und dieses Aufbauen einer Trickkiste, sowohl aus konkreten mathematischen Werkzeugen, als auch aus allgemeinen Problemlösestrategien und Durchhaltevermögen, ist für mich der Kern und das Beste am Mathematikstudium.
Warum Lehramt studieren?
Ich wusste schon relativ früh, dass ich Lehrer werden will, denn für mich ist das die perfekte Verbindung, aus der Möglichkeit, mein mathematisches Interesse weiterzuverfolgen, und gleichzeitig dieses Interesse und die Begeisterung für das Fach weiterzuvermitteln. Diese soziale Komponente habe ich auch im Studium immer gefunden, denn für mich ist die beste Variante zu lernen, nicht alleine beispielsweise Notizen durchzugehen, sondern mit anderen Studierenden über die Themen zu diskutieren, sich gegenseitig Dinge zu erklären und manchmal auch nur Fragen zu stellen. Dieser Austausch über fachliche Inhalte ist für mich sowohl der Kern des Studiums, als auch der des späteren Lehrerberufs.
Für das Lehramtsstudium bedeutet das, dass man Einblicke in zwei verschiedene Fächer bekommt. Sowohl indem man Veranstaltungen zusammen mit Fachstudenten, die nur ein Fach studieren, besucht, als auch durch Veranstaltungen, die nur für Lehramtsstudierende sind. Neben den Fachinhalten der beiden Fächer gibt es noch das sogenannte Bildungswissenschaftliche Begleitstudium, in welchem fächerübergreifende Aspekte, wie die Didaktik des Unterrichtens, Pädagogik, aber auch schulische Praktika verortet sind.
Wie kann man sich das Mathematikstudium vorstellen?
Über das Mathematikstudium hört man oft, dass dieses gar nichts mit dem Mathematikunterricht der Schule zu tun hat, aber das stimmt so nicht. So unterscheidet sich zwar das Format der Vorlesungen und Übungen von dem typischen Unterricht, aber das eigentliche Lernen läuft ähnlich ab. In den Vorlesungen werden neue Inhalte und Konzepte vorgestellt und diese muss man anschließend auf einem meist wöchentlichen Übungsblatt selbst anwenden. Der größte Unterschied zur Schule ist, dass hier Zusammenhänge und Aussagen nicht mehr einfach vorgegeben und dann angewendet werden, sondern aufeinander aufbauend hergeleitet und bewiesen werden. Dieser stringente Aufbau der Mathematik ist anfangs gewöhnungsbedürftig und hat auch manchmal zur Folge, dass man mal eine halbe Stunde in einer Vorlesung nur noch die Hälfte versteht. Davon soll man sich aber nicht entmutigen lassen, denn der Kern des Mathematiklernens und -verstehens liegt nicht im Zuhören anderer, sondern im selbstständigen Probieren und Nachvollziehen. Dies geschieht im Rahmen der wöchentlichen Übungen, in denen dann selbstständig Aussagen bewiesen oder Methoden angewendet werden sollen. Diese aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten, insbesondere im Austausch mit anderen Studierenden, hilft nicht nur, die neuen mathematischen Inhalte zu verinnerlichen, sondern schult das logische Denken und Problemlösen in hohem Maße. Und Mathematik braucht Zeit. So kommt es heute noch vor, dass ich manche Zusammenhänge und Eigenschaften erst später, beispielsweise in einer darauf aufbauenden Vorlesung, voll begreife. Aber diese Stringenz, dass alles zusammenhängt und logisch aufeinander aufbaut, ist für mich das Schöne an der Mathematik und am Mathematikstudium.
Simon Rehwald B.A.
Absolventenpreis der Dr. Karl und Elisabeth Eisele Stiftung
für einen herausragenden B.A. Abschluss im Lehramt Mathematik und Physik