Porträts am Fachbereich Mathematik "/> Frau Wackerow, wie war Ihr Studienverlauf zum M.Ed. Physik und Mathematik? | News | 03.03.2020 | Fakultät 8 · Mathematik und Physik | Universität Stuttgart

3. März 2020 / Fachbereich Mathematik

Frau Wackerow, wie war Ihr Studienverlauf zum M.Ed. Physik und Mathematik?

Preis für hervorragenden Lehramtsabschluss in Mathematik verliehen vom Verein "Freunde der Mathematik an der Universität Stuttgart e.V."
Porträts am Fachbereich Mathematik

Dieses Jahr wurde mir der Absolventenpreis für das Lehramt Mathematik verliehen. Als ich mit dem Studium anfing, war mein Ziel eigentlich ein Abschluss im Fach Physik. Meinen Bachelor habe ich auch in Physik gemacht, jedoch habe ich mich danach dafür entschieden, weiter im Lehramt Mathematik und Physik zu studieren und meine Masterarbeit in Mathematik zu schreiben. Und nun promoviere ich im Fach Mathematik.

Bereits in der Schule war mein Lieblingsfach Mathe, aber Physik hat mir auch Spaß gemacht. So habe ich schon mein BOGY-Praktikum direkt an der Uni in der Physik gemacht. Dort durften wir uns verschiedene Labore anschauen und lustige Experimente machen. Nachdem das wirklich viel Spaß gemacht hat, habe ich entschieden, Physik zu studieren. Leider sieht der Uni-Alltag nicht so aus wie ein Schülerpraktikum.

Mein Bachelorstudium in Physik

In den ersten Semestern habe ich viele Mathevorlesungen gehört, was bei uns im Studienverlaufsplan so vorgesehen ist. Ich habe mich dazu entschieden, „Analysis“ und „Lineare Algebra und Analytische Geometrie“ zu hören, und nicht „Höhere Mathematik“ und „Computergrundlagen“ . So besuchte ich dieselben Grundlagenvorlesungen wie Mathematikstudenten. Für mich hatte das den Vorteil, dass man in etwa die gleichen Themen lernt wie in Höherer Mathematik, jedoch auf einem tieferen Level beginnt und fast alles beweist. So konnte ich ein deutlich tieferes Verständnis entwickeln, als in Höherer Mathematik, wo es primär um das Anwenden von fertigen Methoden geht. Dadurch habe ich zwar keine Vorlesung zu Computergrundlagen gehört, aber das, was ich gebraucht habe, konnte ich später ohne Probleme beim Anwenden lernen.

Ab dem zweiten Semester hatten wir jedes Semester ein Praktikum. Das bedeutet, man macht physikalische Experimente und muss anschließend ein Protokoll mit Auswertung des Experimentes schreiben. Das hat mir leider keinen Spaß gemacht und im dritten Semester war mir klar, dass ich nicht in der Physik bleiben möchte. Meine Bachelorarbeit habe ich in der theoretischen Physik über bosonische SSH-Ketten und Vielteilchenwechselwirkungen geschrieben. Das ist ein Modell in der Quantenmechanik.

Mein Master im Lehramt

Zum Glück habe ich schon während meiner Schulzeit vom „Aufbaumaster” gehört. Der aktuelle Name des Studiengangs lautet „Physik und Mathematik (Gymnasiales Lehramt)”. Dahinter verbirgt sich ein Studiengang, der es Menschen mit einem Bachelor in Mathematik oder Physik ermöglicht, anschließend direkt ins Lehramt zu gehen. Dabei werden das jeweils andere Fach und die Bildungswissenschaften im Master nachgeholt. Am Ende hat man dann einen Abschluss, der dem normalen Lehramtsstudiengang gleichwertig ist. Ich habe mich also dazu entschieden, den Lehramtsmaster anstelle eines Physikmasters zu machen.

Im Master hatte ich viele Mathevorlesungen. Diese machten mir vor allem deswegen Spaß, weil viele davon speziell auf Lehramtsstudenten zugeschnitten waren und in kleineren Gruppen stattfanden. Dadurch konnte individuell auf uns Studenten eingegangen werden und es wurden teils auch in reinen Fachvorlesungen speziell für die Schule relevante Themen angesprochen.

Meine Masterarbeit „Neuronale Netze und Gröbnerbasen“ habe ich am Institut für Geometrie und Topologie geschrieben. Im ihrem Zentrum steht ein Algorithmus, der die Datenverarbeitung in dem Teil des Gehirns nachvollzieht, der für die Lokalisation im Raum verantwortlich ist.

Was kommt jetzt?

Am Institut für Geometrie und Topologie und am Institut für Algebra und Zahlentheorie mache ich jetzt meinen Doktor. Auch dabei werden wieder Algorithmen eine große Rolle spielen, diesmal im Bereich Quantencomputer, damit knüpfe ich an das Fachgebiet meiner Bachelorarbeit, die Quantenmechanik, an.

Zur Zeit arbeite ich daran, die Sammlung mathematischer Modelle der Uni Stuttgart didaktisch aufzubereiten, sodass sie auf der Website präsentiert werden können und sich alle Interessierten über die verschiedenen Modelle und ihre Bedeutung informieren können.

Ich habe vor, in einigen Jahren das Referendariat zu machen und anschließend als Lehrerin zu arbeiten. Mithilfe des Lehramtsmasters habe ich jetzt also von der Physik über das Lehramt zur Mathematik gewechselt. Und in ein paar Jahren gehe ich wieder aus der Wissenschaft zurück ins Lehramt.

Die Zeit, bevor ich an die Schule gehe, möchte ich für verschiedenste Dinge nutzen. Einerseits mache ich ja meinen Doktor, werde also noch tiefer in die Mathematik einsteigen. Andererseits habe ich auch in meiner Freizeit noch viele Projekte, die neben dem Referendariat oder einer Vollzeitstelle kaum zu schaffen sind. Dazu gehört eine AG zum Thema „Umwelt und Klima“ an einem Gymnasium. Dort kann ich mit Schülern aus der Unter- und Mittelstufe arbeiten, wodurch ich den Kontakt zu Schülern behalte. Gleichzeitig kann ich verschiedene Methoden ausprobieren und üben, die unabhängig vom fachlichen Inhalt fast in jedem Schulfach angewandt werden können.

Außerdem bin ich bei Campus For Future Ludwigsburg aktiv und organisiere mit anderen engagierten Menschen verschiedene Veranstaltungen und Aktionen rund ums Thema Klimaschutz.

Anna Wackerow
Preis für hervorragenden Lehramtsabschluss in Mathematik verliehen vom Verein "Freunde der Mathematik an der Universität Stuttgart e.V."

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