16. August 2019 / Fachbereich Mathematik

Interview mit Martin Alkämper M. Sc.

Porträts am Fachbereich Mathematik

Herr Alkämper, warum Mathematik? Oder: Warum für Sie Mathematik?

Ich glaube, das kommt daher, dass ich schon immer eine relativ große Begabung für Mathematik hatte. Ich habe auch schon in der Schule an einigen Mathematik-Wettbewerben teilgenommen, die auch relativ erfolgreich verliefen. Dann hat sich das irgendwie natürlich ergeben.

Außerdem war der große Vorteil als ich in Duisburg anfing zu studieren, dass Mathematik zulassungsfrei war und ich mich sogar noch 10 Tage nach Semesterbeginn einschreiben konnte. Das war sehr praktisch.

Genau wie bei mir. Das heißt, die Studienwahl und Wahl des Promotionsfaches war auch nur aus reinem Interesse und nicht wegen Ambitionen hinsichtlich Beruf oder Ähnlichem?

Teils, teils. Also ich würde es so sagen, dass ein großer Teil sicherlich das Interesse war, Mathematik in irgendeiner Form weiter zu machen. Aber ein anderer großer Teil war auch einfach, dass mein Betreuer, der Herr Siebert, mir eine Doktorandenstelle angeboten hat. Ich musste nicht groß in Erwägung ziehen, was anderes zu tun. Also zu einem gewissen Teil, würde ich meinen, ist es auch Pragmatismus.

Interessant, also dass man durch Pragmatismus in eine Doktorandenstelle reinrutschen kann. Während des Promovierens, hatten Sie jemals den Gedanken, dass es zu schwierig wäre? Oder dass Sie vielleicht aufhören wollten?

Nein, ich glaube nicht. Ich hatte immer so kurzfristige Ziele oder auch spannende Probleme, dass ich fand, dass ich hier weiterkommen könnte. Ich hab mich in der ersten Hälfte meiner Promotion quasi nur mit der Implementierung eines Gittermanagers beschäftigt. Es war absehbar, dass dies irgendwann in einem fertigen Projekt endet. Es war sehr praktisch, dass man diesen Zwischenschritt hat, dieses Zwischenziel.

Das heißt, Milestones würden Sie als wichtig erachten?

Ja, ich finde Milestones sind wichtig. Allerdings sollte man realistische Milestones, absehbare Milestones setzen und zwar nicht absehbar für den Betreuer, sondern absehbar für den Promovierenden.

Was bringt die Zukunft mit sich? Warum nicht eine Karriere als Post-Doc oder gar Juniorprofessor anstreben?

Ich finde im derzeitigen Wissenschaftsbetrieb ist die Stundenzahl oder der Aufwand, den man betreiben muss um tatsächlich Juniorprofessor zu werden oder zu habilitieren, nicht oder nicht gut mit Familie/Familiengründung vereinbar. Da ich schon ein Kind habe und das auch weiterhin sehen möchte, – lacht – plane ich eher eine andere Karriere. Zum Beispiel in der Forschung und Entwicklung bei namhaften Unternehmen hier aus der Gegend, wo man dann tatsächlich eine festgeschriebene 35-Stunden Woche hat.

Allerdings kann ich mir auch sehr gut vorstellen, Hausmann zu werden – hauptberuflich – und meine Frau das Geld hereinbringen zu lassen.

Und nebenberuflich?

Nebenberuflich würde ich dann vielleicht an Softwareprojekten arbeiten.

Das könnte ich mir auch gut vorstellen: in der Freizeit Softwareprojekte machen und ansonsten ein geregeltes Einkommen.

Dann wünsche ich alles Gute für das weitere Leben und auf das die Mathematik dich auch noch weiterhin begleiten kann und wird.

Ja, danke. Vielen Dank für das nette Gespräch.

 

Das Interview führte Stephan Hilb.

Martin Alkämper M.Sc. 

Institute of Applied Analysis and Numerical Simulation
Numerical Mathematics for High Performance Computing



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