Fachbereich Mathematik

Incoming - Internationale Studierende am Fachbereich Mathematik

Studierende aus dem Ausland am Fachbereich Mathematik

Jedes Jahr nutzen Studierende internationaler Universitäten das Angebot ein Semester oder auch länger an der Universität Stuttgart im Fachbereich Mathematik zu studieren.

Das Hochschulprogramm ERASMUS fördert seit 1987 grenzüberschreitende Mobilität von Studierenden,  Hochschuldozenten und Hochschulpersonal in Europa.

 

Ansprechpartner für das Erasmusprogramm am Fachbereich Mathematik ist
Prof. Dr. Carsten Scherer
.

Für administrative Fragen wenden Sie sich bitte an
Frau Elisabeth Schaettgen.

 

Weitere Informationen zum Erasmus Program an der Universität Stuttgart: Erasmus+ program und Erasmus Mundus und European Master programs.

Ich studiere Mathematische Strukturen an der Karlsuniversität in Prag und ich habe das ganze akademische Jahr 2017/2018 als Erasmus-Student an der Universität Stuttgart verbracht.

Ich habe in dem Studentenwohnheim Pfaffenhof II gelebt und ich habe schnell an dem Campus Gefallen gefunden – ich war begeistert, dass der ganze Campus von Wälder umschlossen ist – man kann jederzeit einfach laufen oder spazieren gehen.

Als ich der Ort für ein Erasmus-Aufenthalt gesucht habe, war die Möglichkeit, den Intensivkurs Deutsch, der von IZ in Stuttgart angeboten ist, zu besuchen, eine der Gründe, weil ich Stuttgart gewählt habe. Dieser Kurs war eine perfekte Gelegenheit, andere ausländischen Studenten kennenzulernen, meine deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern und sich an alles in Stuttgart noch vor dem Semesteranfang zu gewöhnen.

Ich habe vorher nie Mathematik auf Deutsch studiert, trotzdem habe ich aber keine Schwierigkeiten gehabt, fast alles an den Vorlesungen zu verstehen – das ist, glaube ich, auch das Schöne auf Mathematik, dass die mathematische Sprache so einfach und präzis ist, dass man sie auch auf Fremdsprache schnell und einfach verstehen kann.

Was sich am meisten von dem tschechischen Universitätssystem in Deutschland unterscheidet, ist die Organisation der Prüfungen. Ich habe mich am Anfang ein bisschen gefürchtet, als ich festgestellt habe, dass man nur ein Versuch pro Semester hat (bei uns darf man die Prüfung zweimal wiederholen). Letztendlich habe ich damit aber keine Probleme gehabt.

Der Verlauf den Prüfungen war auch recht unterschiedlich von tschechische Prüfungen – bei uns bekommt man meistens bei der mündlichen Prüfungen die Fragen am Anfang, dann hat man so viel Zeit für die Vorbereitung, wie man braucht, und dann muss man alle Fragen (einschließlich der schwierigsten Beweise) beantworten. Ich war deshalb überhaupt nicht daran gewöhnt, bei der Prüfung die Fragen direkt zu beantworten (auch wenn sie vielleicht nicht so schwierig sind).

Ich habe natürlich auch mehrere andere Unterschiede zwischen dem deutschen und tschechischen Universitätssystem bemerkt – das ist aber, glaube ich, eine der interessanteste Sachen an Erasmus: Man kann nicht nur die fremde Kultur und Sprache kennenzulernen, sondern auch die unterschiedliche akademische Gewohnheiten und unterschiedliche Ansichten an Forschung und Unterricht zu erleben.

Ich habe während meines Aufenthaltes in Stuttgart aber auch die Ausflüge in die Umgebung genossen – ich habe besonders an den Allgäuer Alpen und an dem Region rund um Bodensee Gefallen gefunden. Die verschiedene Gebirgsgruppen rund um Stuttgart (Schwäbische Alb, Schwarzwald und Allgäuer Alpen) haben mich an die Berge in Tschechien und in der Slowakei, in den ich aufgewachsen bin, erinnert. Ich denke noch heute gerne an meine Ausflüge in diese Berge rund um Stuttgart zurück.

Obwohl man oft über Deutsche sagt, dass sie kalt sind, habe ich eigentlich nie dieses Gefühl gehabt. Ich war mehrmals überrascht, wenn mir jemand während meinen Ausflug angesprochen hat und sich interessiert hat, wohin ich fahre oder was mir in Deutschland gefällt. Mehrmals sind daraus interessante Gespräche entstanden. In Tschechien passiert das nur wirklich selten, dass man jemanden anspricht um sich nur zu unterhalten (und keine Produkte zu verkaufen oder um Geld zu betteln).

Ich erinnere mich auch an die interessante Gespräche über verschiedene Themen (Geschichte, Politik, Umwelt usw.), die ich mit einem meinen Nachbarn in dem Studentenwohnheim manchmal geführt habe. Ich habe öfter das Gefühl, dass sich die Leute in Deutschland mehr für Themen interessieren, die zwar interessant und wichtig sind, aber keinen direkten Zusammenhang mit ihrem Studium oder Karriere haben. Das ist bei uns vielleicht nicht ganz selten, aber wahrscheinlich nicht so üblich wie in Deutschland.

Wenn ich darüber mit jemanden spreche, empfehle ich allen den Erasmus-Aufenthalt in Stuttgart. Es ist vielleicht für einige Studenten, die nicht Deutsch sprechen, nicht geeignet, andererseits war für mich der deutschsprachige Unterricht in Stuttgart eine der Gründe, warum ich mich gerade für Stuttgart entschieden habe. Auf jedem Fall muss ich sagen, dass ich diese Wahl nie bedauert habe.

Noch eine kleine Werbung am Ende: Ich denke, dass der Erasmus-Aufenthalt in Prag auch eine sehr interessante Möglichkeit für die deutsche Studenten der Mathematik ist. Ich glaube, dass das Angebot der mathematischen Vorlesungen in Prag noch breiter ist als in Stuttgart. Der andere Vorteil ist, dass (fast) alle Mastervorlesungen auch auf Englisch angeboten sind – man muss die Professoren nur am Anfang (oder im Voraus) ansprechen und die werden meistens die Vorlesungen gerne auf Englisch führen.

Tomas Nagy
Student Mathematische Strukturen
Karlsuniversität Prag

 

"I am a PhD student in Mathematics and Computer Science, at the Department of Mathematics at the University of Bari Aldo Moro, (Italy). In my PhD thesis I study partial differential equations; in particular, I look for long time decay estimates for the solutions of some dissipative evolution equations.

I started my research activity studying some papers of Prof. Jens Wirth. So I decided to come at the University of Stuttgart to collaborate with him, learning new techniques to apply in new problems. It was very nice spending this period of three months in Stuttgart in the research group of Prof. Wirth.

I am grateful to him for this opportunity and to all of you for your nice welcome."

Giovanni Girardi (Universität Bari, Italien)

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